E-Scooter: Mobilitätstrend oder nicht – geladen werden müssen sie

Nina Heuser

Seit neuestem überholen sie mich in Bürogängen, in Messehallen und in Stadtparks. Die Rede ist nicht von gestressten Kollegen, sondern von elektrisch betriebenen Tretrollern – neudeutsch auch E-Scooter genannt.

Bald werden sie auch durch deutsche Stadtgebiete wuseln. Der Weg für Elektrotretroller auf Radwegen und Straßen ist frei. Der Bundesrat hat am 17. Mai 2019 wie erwartet die Elektrokleinstfahrzeugeverordnung (eKFV) beschlossen, wonach E-Scooter mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h zugelassen werden können. Etliche Hersteller stehen bereits in den Startlöchern.

Vor- und Nachteile von elektrischen Tretrollern

Wie alle E-Mobile sind E-Scooter jeweils so umweltfreundlich, wie der Strom, den sie tanken. Praktisch sind sie auf jeden Fall: leicht zusammenklappbar und überall hin mitzunehmen. Daher sind sie ideal für den sogenannten letzten Kilometer, etwa im Anschluss an eine Auto-, Bus- oder Bahnfahrt (vorausgesetzt man darf sie mitnehmen). Vor allem in verstopften Großstädten könnten E-Scooter beliebt werden. Ob sie zu einer Entlastung führen werden, wird sich zeigen müssen. Der größte Nachteil ist die Unfallgefahr, sowohl für die E-Scooter-Benutzer selbst als auch für Fahrradfahrer und Fußgänger. Was das ursprünglich vorgesehene Rollern auf Gehwegen betrifft, wurde die E-Scooter-Begeisterung von Verkehrsminister Andreas Scheuer gebremst. Gemeinsame Geh- und Radwege dürften aber noch immer genug Konflikt- und Gefahrenpotenzial bergen.

In anderen Ländern bereits verbreitet

In anderen Ländern wie Österreich, Schweiz, Belgien, Frankreich, Dänemark und Finnland gehören die E-Roller bereits zum Straßenbild. Geschäftsmodelle wie das des ehemaligen Uber-Managers Travis Van der Zanden mit seiner Firma Bird finden Nachahmer: E-Scooter werden verliehen, zum Beispiel mit einer Abrechnung nach Nutzungsdauer. Abends sammeln Bird-Mitarbeiter die Roller wieder ein und laden sie auf. Die Start-ups Lime, Scoot und Skip drängen in denselben Markt. In vielen US-Städten war die Verbreitung der neuen Fahrzeuge zunächst nicht geregelt – wodurch sich vor allem die Leihservices schnell vermehrt haben. Medienberichten zufolge verursachten die Roller ein Chaos in San Francisco: Nutzer ließen die E-Scooter achtlos stehen und versperrten damit Gehwege und Zugänge.

Auch in Deutschland bereiten sich Unternehmen auf den erhofften Mobilitätshype vor, darunter Tier und GoFlash. Sie hoffen mit den elektrischen Tretrollern vor allem Geschäftsleute zu erreichen, denen das Fahrrad zu anstrengend und die Hemmschwelle für Motorroller-Sharing zu groß sind.

Hier kommen wir ins Spiel

Was hat das alles mit Würth Elektronik zu tun? Wie man schon an unserer Formel-E-Technologiepartnerschaft sieht, sind wir sehr an der Förderung der E-Mobilität interessiert. Wir unterstützen Entwickler und Start-ups zum Beispiel mit Bauteil-Know-how in der Leistungselektronik. In Bezug auf die E-Scooter kommen wir dank unseres reichen Angebots an Wireless-Power-Produkten ins Spiel: Ladestationen.

Das neue Zusatzzeichen, mit dem E-Scooter für eine Verkehrsfläche zugelassen werden können, ist eingängig, aber entspricht natürlich nicht der zu erwartenden Ladepraxis. Roller für den privaten Gebrauch werden voraussichtlich genau wie E-Bikes Wechselakkus haben.

Für gemietete Roller wäre die eleganteste Lösung jedoch, wenn sie einfach in die dafür vorgesehene Halterung an den Leihstationen gestellt würden und das Laden sofort beginnen würde, ohne sie mit einem Kabel verbinden zu müssen. Die Benutzer sind mit dem drahtlosen Laden ihrer Mobiltelefone bestens vertraut, und dieselbe drahtlose Energieübertragungstechnologie ist auch ideal für E-Mobilität und E-Scooter. Es ist sauber, umweltfreundlich in der Stadt, bequem und schnell sowie stilvoll und modern.

Basierend auf der langjährigen Erfahrung in der drahtlosen Energieübertragung hat Würth Elektronik die WPT-Technologie für den Bereich der E-Mobilität entwickelt und demonstriert - von ca. 100 W für E-Scooter bis über 11 kW für Elektrofahrzeuge. Die Akkulaufzeiten für E-Scooter unterstützen eine lange Stadtpendelfahrt, und mit Ladezeiten von nur wenigen Stunden sind die Möglichkeiten für E-Scooter enorm.

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