Starrflex-Leiterplatten mit UL-Kennung

Eine Stärke von Würth Elektronik

Eine UL-Kennzeichnung für starrflexible Leiterplatten zu bekommen, ist nicht einfach, da es sehr viele verschiedene Materialkombinationen und Aufbau­varianten gibt. Nach langer Projektzeit mit engen Abstimmungen mit den UL-Ingenieuren, einem enormen Umfang an Testmustern und hohen Kosten, konnte Würth Elektronik einen großen Erfolg verbuchen: vier Starrflex-Leiterplatten erhielten die UL-Kennung. Aktuell sind ungefähr 50% aller Starrflex-Leiterplatten bei Würth Elektronik mit UL-Kennzeichnung.

„Historisch gesehen war die UL-Kennzeichnung bei starrflexiblen Leiterplatten immer schwierig, weil die damals ausschließlich verwendeten Acrylkleber nicht flammwidrig waren und die Brennbarkeitstests nicht überstanden haben“, erklärt Andreas Schilpp, verantwortlicher Produktmanager für Starrflex-Leiterplatten bei Würth Elektronik. „Heutzutage gibt es sowohl flammwidrige Acrylkleber als auch Epoxykleber oder Epoxyprepregs. Trotz des mittlerweile verbesserten Materials ist es nicht einfach, eine UL-Kennzeichnung für starrflexible Leiterplatten zu bekommen.“

Bei Würth Elektronik sind aktuell ungefähr 50% aller Starrflex-Leiterplatten mit UL-Kennzeichnung. Tendenz steigend!

Die UL-Standards sind sehr umfangreich und betrachten verschiedene Risiken, basierend auf dem Einsatzbereich, den verwendeten Materialien und den Herstellungs- und Verarbeitungsprozessen. Für elektrische Geräte ist der Zweck hauptsächlich die Sicherstellung das Brandschutzes und der elektrischen Sicherheit.

Leiterplatten sind keine eigenständige Produkte, sondern wichtige Komponenten in elektronischen Geräten. Deshalb tragen sie nicht das UL-Prüfzeichen, sondern das UL-Recognized Component-Prüfzeichen. Dieses besagt, dass die von UL zertifizierte Komponente in einem Produkt oder System verwendet werden kann, welches das UL Listing-Prüfzeichen trägt.

Nachdem die Würth Elektronik-Standardleiterplatten schon länger die UL-Kennzeichnung haben, hat Würth Elektronik die Herausforderung vor einiger Zeit angenommen und so führte das sehr aufwändige Projekt mit den UL-Ingenieuren zum Erfolg: vier UL-Typen für Starrflex konnten gelistet werden und das sowohl für die USA als auch für Kanada!

„Der Aufwand hat sich wahrlich gelohnt“, sagt Andreas Schilpp und stellt die Lösungen vor:

  • Brennbarkeit nach UL94-Standard: Würth Elektronik Starrflex-Leiterplatten erfüllen die höchste bekannte Forderung aus UL-Standards: „UL94 V-1 or better“ mit eben V-1 oder gar V-0.
  • Maximum Operating Temperature (MOT): Würth Elektronik Starrflex-Leiterplatten haben die Tests nach UL796F für MOT120 bestanden.
  • Direct Support of Current-carrying Parts: Die UL-Typen der Starrflex-Leiterplatten erfüllen die Direct Support Requirements (DSR) nach UL746A.
  • Comparative Tracking Index (CTI; ASTM D3638): Bei Forderungen bezüglich Kriechstromfestigkeit bietet Würth Elektronik starrflexible Lösungen bis zu CTI Range-tracking Index 250 – 400V (PLC 2).

Weitere UL-Kennzeichnungen für starrflexible Leiterplatten von Würth Elektronik werden sicher folgen, wenn neue Kundenanforderungen zu erfüllen sind. „Welche dieser Typen zu der Anwendung unserer Kunden passt, prüfen wir gerne auf Grundlage der Kunden-Anforderungen“, so Andreas Schilpp. „Wir sind für jeden Fall gerüstet.“

Über Underwriters Laboratories (UL)

UL ist eine unabhängige Organisation, die Ausrüstungsgegenstände, Bauteile, Geräte, Materialien und Komponenten nach sicherheitsrelevanten Aspekten untersucht und zertifiziert. Erfüllen die geprüften Produkte die UL-Vorgaben, erhalten diese das UL-Prüfzeichen und sind damit für dem amerikanischen Markt zugelassen. Neben UL gibt es noch weitere sogenannte NRTL's (National Recognized Test Laboratory), wie z.B. Canadian Standards Association (CSA), TUV America, Inc. (TUVAM), TÜV Product Services GmbH TUVPSG), TUV Rheinland of North America, Inc. (TRNA), Intertek, etc. UL ist jedoch unbestritten Marktführer und durch seine große Bekanntheit ein Verkaufsargument. Kanada akzeptiert die US-amerikanische UL-Kennnung nicht. Für den kanadischen Markt ist deshalb eine UL-C-Zertifizierung notwendig, die sich allerdings größtenteils an den US-amerikanischen Standards orientiert.

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